FFGs Organized Play kurz erklärt

| 5. March 2016

 

Ein Grund, warum X-Wing zur Zeit so boomt (23% aller Turniere auf T3 in nächster Zeit sind für X-Wing), ist das Organized Play. FFG bemüht sich um den Aufbau eines Turnierbetriebs und darum, dass Spieler viele Gelegenheiten haben, ihre „Spielsachen“ auch zu benutzen. OP-Manager Steve Horvath hat in einem Interview betont, dass ein Spiel noch so geil sein kann, wie es will – ohne Spieler, mit denen man das Spiel auch spielen kann, wird auch das beste Spiel verstauben. Und wenn ich einen Blick einen Blick auf die beiden exzellenten Spiele „Twilight Struggle“ (BGG #2) und Eclipse (BGG #12) in meinem Regal werfe, dann hat Horvath Recht. Es braucht also Gelegenheiten, die tollen Spielsachen, in die man Zeit, Geld und Herzblut investiert, auch mal zu spielen.

An diesem Punkt kommt das Organized Play-System von FFG ins Spiel, auch wenn man sagen muss, dass FFG diese Strukturen nicht neu erfunden hat, diese aber gut von Wizards of the Coast und anderen Firmen kopiert hat. FFGs Organized Play unterteilt hierbei in drei Kategorien: Casual, Competitive und Premiere.

op_pyramid_web_2Auf der untersten Ebene sind die Casual Events angesiedelt. Nicht-offizielle Turniere, die aber oft mit offiziellen FFG-Preiskits, den GameNightKits, ausgestattet werden, sind auf dieser Ebene angesiedelt. Pro Jahr erscheinen drei dieser Kits (Spring, Summer und Winter) und die Turnierveranstalter haben freie Hand, wie sie die Preise ausspielen möchten: Als Ligabetrieb für Stammtische, k.o.-Wettbewerb, Casual-Turnier oder was auch immer – anything goes. In den Kits befinden sich 1+1 große Karten, 16+1 kleine Karten, Metallorden für den Sieger und oft auch Acryltoken, die heiß begehrt sind.

Der Inhalt eines Game Night Kit: Acrylausweichtoken, Stofftaschen, Metakkorden, alternative Karten des Aufklärungsexperten und Dash Rendar und ein Poster.

Eine Ebene darüber befinden sich die Competitive Events. Hier werden von allen Teilnehmern und den Veranstaltern grundlegende Regelkenntnisse verlangt, um für alle Beteiligten ein konstantes Spielerlebnis unabhängig vom Veranstaltungsort zu gewährleisten. Namentlich sind auf dieser Ebene die Store Championships oder auf Lokalmeisterschaften angesiedelt, die von Anfang Januar bis Ende März von den Läden im ganzen Land ausgetragen werden. Diese Saison wurden und werden ca. 60 dieser Turniere in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ausgetragen. Die durchschnittliche Teilnehmerzahl liegt bei unter 30 Teilnehmer und die Gewinner nehmen eine schöne Plakette, unsterblichen Nerdruhm und ein Freilos für die nächsthöhere Ebene, die Regionalmeisterschaften, nach Hause. Des Weiteren gibt es natürlich für alle Teilnehmer kleine Partizipationspreise, wie z.B. diese SC-Saison alternative Artworkkarten mit C-3PO, und für die oberen Platzierungen Challenge Coins und spezielle Acrylreichweitenmesser.

Rückseite von C-3PO, Poster, Range Ruler, Challenge Coin und (etwas öde) Plakette

Ebenfalls auf der Competitive-Ebene zu finden sind die unregelmäßig abgehaltenen Preview-Turniere wie “Assault on Imdaar Alpha”, von denen es zu Welle 2 und Welle 4 jeweils welche gab. Zur Zeit scheint aber der Veröffentlichungskalender so voll zu sein, dass ich Previewturniere in den nächsten Wellen für unwahrscheinlich halte.

Alternative Karte Bandit Squadron

Damit erreichen wir schon das höchste Organized Play-Level: Premium-Events. FFG zählt Regionalmeisterschaften, Nationalmeisterschaften und natürlich die Weltmeisterschaft zu den Premiere-Events. Dazu ein Auszug aus den offiziellen Turnierregeln:

Premium-Events stellen die höchsten Ansprüche an alle Beteiligten, angefangen vom Heidelberger Spieleverlag und Fantasy Flight Games, über die Turnierorganisatoren und Schiedsrichter, bis hin zu den Spielern. Es wird ein hohes Maß an Professionalität erwartet. Viele Wettstreiter nehmen für die Teilnahme an diesen Events weite Anfahrtsstrecken in Kauf, um sich dann für ein paar Stunden mit anderen Spielern bei diesem Event zu messen.

Lokalmeisterschaften kann jeder Laden, der möchte, abhalten und diese Saison finden ca. 60 dieser Turniere in D, A und CH statt. Regionalmeisterschaften hingegen sind streng limitiert. Die Gesamtzahl dieser Turniere wird von FFG selbst für jedes Land festgelegt und für den Heidelberger Vertriebsraum gibt es dieses Jahr insgesamt 11 dieser Premium-Turniere, die möglichst flächendeckend über die drei Länder verteilt sind (obwohl man es nie allen recht machen kann). Team Unicorn wird übrigens im Namen des Comixart Bamberg das X-Wing Regional Bamberg ausrichten und in Hamburg findet ein großes Regional unter der Führung von Fantasywelt.de statt. Zu allen drei Turnierarten gibt es natürlich spezielle Preiskits und die Preise für Acryltoken oder -schablonen aus diesen Kits sind wegen ihrer Seltenheit manchmal schwindelerregend. Die Regionalmeisterschaften ziehen Leute von großen Entfernungen an und mittlerweile benötigen einige dieser Turniere auch zwei Tage, um die acht bis zehn Spiele bis zum Turniersieg unter menschenwürdigen Bedingungen zu Ende spielen zu können. Die Saison von Regionalmeisterschaften erstreckt sich gewöhnlich von Anfang Mai bis Ende Juli, bevor dann in diversen Ländern (oder Länderbündeln) die Nationalmeisterschaften anstehen, in die die Regionalmeister mit einem Freilos für Runde 1 starten.

Trophäe, alternative Artworkkarten von Boba Fett, Acrylschablonen und eine Freiloskarte

Das Highlight der Saison stellt dann landesweit die Nationalmeisterschaft dar. Die Deutsche Meisterschaft ist das große Jahrestreffen der X-Wingspielerschaft im Jahr und man sieht endlich viele Gesichter, die man sonst nur aus dem MosEisley Raumhafen-Forum oder der Facebook-Gruppe kennt. Die letzten Jahre fand es auf einer Jugendherberge in einer Burg im Siegerland statt, aber da die Teilnehmerzahlen drastisch gestiegen sind (und die Bären wohl keine Lust mehr auf Reise- und Orgastrapazen gleichzeitig haben), finden die Meisterschaften dieses Jahr vom 1. bis 4. September 2017 in Walldürn, dem Sitz des Heidelberger Spieleverlags, statt. Der Sieger der Deutschen Meisterschaft erntet X-Wing-Nerdfame und wird vom Heidelberger Spieleverlag via Freiflug nach Roseville, Minnesota, zur Weltmeisterschaft in die USA geflogen, wo FFG dann für die Unterbringung sorgt – und wie auch in den anderen Ebenen üblich, dürfen sich National Champions in der ersten Runde gemütlich zurücklegen und ihr Freilos genießen.

Die Weltmeisterschaft ist der Gipfel des Organized Plays und schließt dann Anfang November die Turniersaison des Jahres dann ab. Die gesamte X-Wingwelt (also wirklich: Welt) verfolgt die Ergebnisse, Spiele, Listen und Metaveränderungen und das Turnier ist auch ein Treffen der gesamten Szene: National Champions aus vielen Ländern, alte Weltmeister und Vize-Weltmeister, Blogger, Theoretiker und Podcaster, die man sonst nur aus dem Netz kennt, und natürlich auch die Designer sind vor Ort und geben sich ein paar Tage lang die Ehre. Es ist ein Riesenspaß und die Reise in die USA absolut wert.

Fazit: Das Organized Play-Programm sorgt durch seine aufeinander aufbauende Strukturen für Anreize, das Spiel auch außerhalb des Bekanntenkreis zu spielen, im Laden, aber auch landesweite eine Szene aufzubauen und das Spiel auch lebendig zu halten.

 

 

 

 

 

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Farlander ist Staffelführer von Team Unicorn und mit seinen Teamkollegen bloggt, tweetet und tubet er auf diversen Kanälen über X-Wing.

Comments (14)

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  1. khoRneELF says:

    X-Wing hat in den USA 40k als “Branchenprimus” bei den Verkaufszahlen überholt:

    https://community.fantasyflightgames.com/topic/204897-40k-no-longer-the-top-dog/?hl=icv2

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  2. Deadpool says:

    Sehr schön, für Turnierorientierte Spieler richtig gut. Freu mich für die ganzen X-Wing Spieler.

    Aber wann wird die Seite endlich in X-Kings umbenannt?

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    • Anonymous says:

      Sobald deine Mutter ihr OK gibt.

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      • Anonymious's mum says:

        Mein Okay habt ihr.

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      • Deadpool says:

        Gäääähn, kommt noch was sinnvolles?

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        • Anonymous says:

          Der Dämon Hirntod und der Dämon Herztod sitzen auf der Mauer. Eine Brünette geht vorbei. Der Dämon Herztod schnipst und die Brünette stirbt auf der Stelle. Dann geht eine Blondine vorbei. Der Dämon Hirntod schnipst und nichts passiert :o)

          Woran erinnert mich dieser Blog?

          An die hirntote Blondine.

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  3. Hackmasse says:

    Vor ein paar Wochen bin ich von 40k auf X-Wing umgestiegen (zusammen mit Freunden die ihre 40k Armeen erst mal eingemottet haben), macht einfach nur Spaß! Die Regeln sind Klasse und man kann für kleines Geld (im Vergleich zu 40k) einsteigen.

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  4. Sunami says:

    Versteh ich das richtig, dass man Chancen hat von FFG/Heidelberger Gimmiks für ein Casual-Turnier zu bekommen?

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    • Farlander says:

      Als Privatperson direkt nicht, denn sonst würden sich die Leute die Game Night Kits kaufen und dann via eBay verticken, was nicht Sinn der Sache ist. Flagship Stores der Bären können aber Game Night Kits bestellen und ausspielen lassen.

      Manchmal ist es aber so, dass Stammspieler des Ladens das Organisieren von Lige-Betrieb oder Ladenturnieren in die Hand nehmen. Wenn man also einen Flagshipstore als “Schirmherren” hat, kann man “Gimmicks” für ein Casual-Turnier bekommen.

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  5. Anonymous says:

    …schnarchpüh…wer ist GW 😉

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  6. khoRneELF says:

    Ich bin ja selbst zu X-Wing gewechselt. Wer aber meint, dass FFG GW kaufen würde oder gar, dass GW pleite geht, der irrt. Im englischsprachigen Raum ist GW weiterhin “big business”.

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  7. Sunami says:

    Das Geld investiert FFg lieber in ein Star Wars Taletop und sieht zu wir GW pleite geht. Anschliessend ist dann nämlich die gesamte GW-IP auch günstiger im Einkauf 😉

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  8. stoni42 says:

    Wenn FFG irgendwann GW kauft, wird es das ja dann auch für 40K geben. Zusammen mit Playtest, Balance und … he, wer weckt mich da einfach?

    Bye,
    Stoni

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  9. Anonymous says:

    Release the shitstorm!

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